Kongress pfingsten21 - Eine Gesamtschau

p21 1Kein Rückzug in „Kuschelgruppen" Gleichgesinnter, sondern mutig die frohe Botschaft von der Liebe Gottes in die Gesellschaft hineintragen – in der Kraft des Heiligen Geistes. Dazu wurden die etwa 2000 Teilnehmer beim ökumenischen Kongress „pfingsten21" ermutigt. Mit die eindrucksvollste „Predigt" an diesem langen ersten Oktoberwochenende in der s.Oliver Arena in Würzburg kam von einem Politiker.

volkerkauderVolker Kauder erinnerte an den Auftrag Jesu, „Salz und Licht" zu sein in der Welt. „Wir müssen unseren Glauben in der Öffentlichkeit stärker vertreten", betonte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und bekennende Christ am Sonntagnachmittag, mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland. Christen sollten mehr über ihre eigene Religion reden als über den Islam. Und das war als Ermutigung gemeint, „andere anzustecken von dem, was wir glauben, was uns begeistert". Ziel müsse es letztlich sein, ein Vakuum zu verhindern, im Glauben wie auch in der Politik. Denn „wenn sich eine Religion zurückzieht, bekommt eine andere mehr Raum, und wenn sich die Demokraten zurückziehen, werden andere die Macht an sich ziehen."

Was es heißt, selbst unter großem Druck zu ihrem Glauben zu stehen, können die Christen hierzulande von ihren verfolgten Geschwistern weltweit lernen. Deren Situation war der Schwerpunkt von Kauders Referat. Echte Freiheit gebe es nur durch Religionsfreiheit, findet er, und Christen seien die am meisten verfolgte Religionsgruppe der Welt. Das ist einer seiner Beweggründe, sich für verfolgte Geschwister einzusetzen. Neben viel Leid und Not konnte Kauder von einigen Hoffnungsschimmern berichten; schließlich wächst die Zahl der Christen gerade in den Ländern am stärksten, in denen die Kirche am meisten bedrängt wird.

Gesegneter Auftakt

p21 2Schon der Auftakt des Kongresses am Freitagabend war sehr gesegnet gewesen. Die Gegenwart Gottes im Lobpreis mit der Jedidja-Band, die Statements der Verantwortlichen und das erste Referat ließen für dieses Treffen von vier Erneuerungsbewegungen mit charismatischer Prägung aus unterschiedlichen kirchlichen Richtungen Großes hoffen.
Eine Hoffnung für die Kirche sah Dr. Friedemann Burkhardt (Agg in der EmK), in der Charismatischen Erneuerung. Und Henning Dobers (GGE) wünschte sich, der Kongress möge so gesegnet sein, dass es am Ende heißt: „Nie wieder zurück hinter das, was wir hier erlebt haben." Nicht mehr getrieben zu sein von inneren Ängsten und äußeren Anforderungen, sondern getrieben von der Liebe Gottes und geleitet vom Heiligen Geist, das erwartet Helmut Hanusch (CE) als ein Ergebnis dieser vier Tage. 

Was die Kirchen verbindet? „Die absolute Abhängigkeit von dem ‚und es geschah plötzlich'", wie es Stefan Vatter (GGE im BEFG) in seinem Impuls mit einem Vers aus der Apostelgeschichte (Pfingstereignis) beschrieb. Anders ausgedrückt: „Wir sind absolut abhängig vom Wirken des Heiligen Geistes."

Offen sein für den Heiligen Geist

p21 3Belebt vom Heiligen Geist, im persönlichen Leben, in der Gemeinde, im Gebet: Diese unterschiedlichen Aspekte beleuchteten die Referenten am Samstag - biblisch fundiert, anschaulich durch eigene Erfahrungen und immer wieder mit Sinn für Humor. Die Tanzgruppe Tipping Point (Maihingen) und die Theatergruppe der Friedenskirche Braunschweig ermöglichten kreative Zugänge zu diesen Aspekten. In tief gehenden Gebetszeiten unternahmen die Teilnehmer erste Schritte, das Gehörte umzusetzen und ihr Leben neu Gott hinzuhalten.

Veränderung fängt bei uns selbst an, und auch dazu braucht es den Heiligen Geist. So könnte man die Gedanken von Dr. Rainiero Cantalamessa zusammenfassen. Der Geist Gottes hilft, Schuld zu erkennen und sich davon zu lösen, machte der Kapuzinerpater und Prediger des Papstes deutlich.

Der Charismatischen Bewegung hatte Cantalamessa lange Zeit distanziert gegenübergestanden. Als Beichtvater bei einer charismatischen Veranstaltung jedoch hatte er angefangen, seine Vorbehalte zu überwinden. „Ich hatte noch nie eine so tiefe Umkehr gesehen, die Sünde schien von ihrer Seele zu fallen wie Steine, und sie waren voller Freude", berichtete er über die Teilnehmer. „Damals habe ich verstanden, was an Pfingsten geschehen ist." Denn so habe die Kirche begonnen: mit der Verkündigung der Frohen Botschaft, Umkehr und einer daraus entstandenen Gemeinschaft.

Zum Umgang mit dem Heiligen Geist im Gemeindealltag betrieb Dr. Heinrich Christian Rust alles andere als eine trockene Nabelschau der charismatischen Szene. In aller Klarheit, aber auch mit Selbstironie sprach der Pastor der Friedenskirche Braunschweig Fehlentwicklungen und Schwachstellen an. Er plädierte für eine neue Offenheit gegenüber dem Heiligen Geist, die dessen Wirken nicht an Gefühlen, der Erfahrung oder bestimmten äußeren Erscheinungsformen festmacht und frei von Kontrollbedürfnis ist. Und er warb dafür, das Wort Gottes wieder mehr in den Blick zu nehmen.

Heiliger Geist und Gebet – für Dr. Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg, hat das viel mit Verschwendung im Sinne von Überfluss zu tun. Er machte auf den biblischen Bericht vom Gebet im Obergemach (vor dem Pfingstereignis) aufmerksam, als die Jünger im Gebet „verharrten". Es sei wichtig, länger zu beten als nötig, erst dann bekomme der Heilige Geist Raum für sein Wirken.

Als weitere Vorbedingung für den Segen Gottes, sprach Hartl mit Psalm 133 die Einheit unter den Christen an. Es sei kein Zufall, sondern Wirken des Heiligen Geistes, dass in der heutigen Zeit große Bewegungen entstanden sind und entstehen, die die Gräben zwischen unterschiedlichen Glaubensrichtungen überwinden.

Die Erneuerung braucht Erneuerung

Die Charismatische Erneuerung – egal welcher konfessionellen Couleur – braucht ihrerseits Erneuerung. Michelle Moran, Präsidentin der internationalen Charismatischen Erneuerung in der Katholischen Kirche (CE), redete am Sonntagvormittag ebenfalls nicht um den heißen Brei herum.

„Im Lauf der Jahre begannen wir, die Herausforderungen und Gefahren zu sehen, und begannen, Kontrolle zu übernehmen. Wir versuchten, den Heiligen Geist in die Schablone einer Institution zu pressen." Stattdessen sei wichtig, Gott Raum zu lassen, damit der das tun könne, was er tun wolle. Das Organisieren dürfe nicht dem souveränen Wirken seines Geistes im Wege stehen.

p21 4Aus der Begegnung mit Gott heraus den Menschen seine Liebe zu verkünden und so quasi den Himmel auf die Erde zu holen, das sei der Auftrag. Es gehe um die Veränderung der Gesellschaft, darum, das Reich Gottes sichtbar zu machen. Die Menschen wollten keine Lehre über die Geistesgaben hören, sondern sie sehen und erleben.


Konkrete Schritte gehen

Im Glauben an Gott mutig Schritte zu gehen – dazu inspirierte Henning Dobers (GGE) am Sonntagabend. Und welche biblische Begebenheit wäre da passender als der Kampf von David gegen Goliath? David habe nicht auf Goliath geschaut, sondern sich auf Gott berufen und sich von ihm leiten lassen, betonte Henning Dobers. Mit fünf Kieselsteinen vom nahen Mainufer machte er die Botschaft anschaulich – Symbole dafür, was durch das Vertrauen auf Gott möglich ist. Bekanntlich hatte David mit einem Kieselstein Goliath besiegt.

Im letzten Referat dieser vier Tage ermutigte Pfarrer Swen Schönheit ermutigte am Montagvormittag dazu, sich von Gott senden zu lassen. Aber das bedeutet eben nicht, sofort los zu rennen. Stattdessen gilt: Nach dem wann und wie zu fragen und lernen, zu warten, „das ‚noch nicht' auszuhalten, sich im Zeittakt Gottes zu bewegen", so der Theologische Referent der GGE.
Er sprach sich gegen ein Schubladendenken aus, das zwischen christlichem und weltlichem Bereich unterscheidet, und beschrieb den Alltag als das Übungsfeld: Sensibel werden für die Impulse des Heiligen Geistes und dann gezielt handeln, durch praktische Hilfe oder ein freundliches Wort beispielsweise, letztlich „einfach da sein". Weder Aktionismus noch rein menschliche Anstrengung sind also gefragt, sondern das Bewusstsein, dass gemäß der Bibel Christus in jedem wohnt, der an ihn glaubt und Gott die Werke schon vorbereitet hat, die wir tun sollen. „Wo du bist, da ist der Geist Gottes", brachte es Swen Schönheit auf den Punkt, „du lebst in seiner Sendung, auch wenn du vermeintlich nichts Großes für ihn tust."


Fortsetzung folgt

Mit der gelebten Einheit zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen und Denominationen erfüllte der Kongress den selbst gesetzten Anspruch der Verantwortlichen im Vorfeld. Überhaupt zeigten sie sich am Ende mehr als zufrieden. „Ich war sehr glücklich in diesen vier Tagen und ich bin unglaublich dankbar", sagte Henning Dobers, Vorsitzender der Geistlichen Gemeindeerneuerung in der Evangelischen Kirche. Und das Leitungsteam war sich einig: „pfingsten21" verlangt nach einer Fortsetzung.

 

Eine Übersicht der Vorträge, die gehalten wurden, mit Bestellmöglichkeit finden Sie hier

 

 

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Fotos: Kongress "pfingsten21"

 

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